„fluid frames“ beim 48h Neukölln Festival 2026

Im Rahmen des Kunstfestivals 48h Neukölln habe ich den Workshop "fluid frames" durchgeführt. Das diesjährige Festivalthema lautete „OUT/SIDE/IN “ und lud dazu ein, über Grenzen nachzudenken. Über persönliche, gesellschaftliche und räumliche Grenzen sowie über die Übergänge zwischen ihnen.

Mit etwas Abstand möchte ich den Workshop noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten, unter dem Aspekt der Partizipation und des gemeinsamen Gestaltens.

Von Anfang an war es mir wichtig, einen Workshop zu entwickeln, der nicht nur individuelles künstlerisches Arbeiten ermöglicht, sondern auch Begegnungen schafft. Deshalb war das Schattenspiel ein fester Bestandteil des Konzepts. Es funktioniert nur zu zweit, denn allein lässt es sich nicht umsetzen. Die Teilnehmenden waren eingeladen, miteinander in Kontakt zu treten, sich aufeinander einzulassen und gemeinsam flüchtige Bilder entstehen zu lassen. Das Schattenspiel wurde so zu einem Moment der Begegnung, in dem Zusammenarbeit nicht nur möglich, sondern notwendig war.

Auch während des künstlerischen Arbeitens entwickelte sich eine Form der Partizipation, die ursprünglich gar nicht geplant war. Einige Kunstwerke entstanden gemeinsam, manche zu zweit, eines sogar in einer Gruppe von sechs Personen. Menschen, die als Freunde oder Familie zum Festival kamen, entschieden sich ganz selbstverständlich dafür, ein gemeinsames Werk zu gestalten.

Gerade diese ungeplante Zusammenarbeit hat mich besonders berührt. Im gemeinsamen Gestalten wurden nicht nur die eigenen Grenzen sichtbar, sondern auch die der anderen. Es entstanden Fragen wie: Wer nimmt wie viel Raum auf dem Blatt ein? Wo treffen unsere Linien aufeinander? Wann entstehen klare Grenzen, wann fließende Übergänge?

Das gemeinsame Arbeiten erforderte Aufmerksamkeit, Kommunikation und die Bereitschaft, aufeinander einzugehen. Das Kunstwerk wurde zu einem Ort des Aushandelns, ein Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven nebeneinander bestehen konnten und sich zugleich miteinander verbanden.

Für mich zeigt sich darin ein wesentlicher Gedanke partizipativer Kunst. Das Kunstwerk ist nicht nur das sichtbare Ergebnis, sondern auch der Prozess des Miteinanders. Bedeutung entsteht nicht allein durch eine einzelne Person, sondern im Austausch zwischen Menschen.

Die Collage

Der Gedanke sollte auch nach dem Festival weiterleben. Deshalb habe ich aus manchen Arbeiten, die während des Workshops entstanden sind, eine gemeinsame Collage gestaltet.

Dabei habe ich die einzelnen Werke unverändert gelassen und sie lediglich zueinander in Beziehung gesetzt. Jedes Kunstwerk behält seine eigene Sprache und Individualität, wird zugleich aber Teil eines größeren Ganzen. Die Collage erzählt nicht die Geschichte einer einzelnen Person, sondern die vieler Menschen, die an diesem Wochenende gemeinsam einen kreativen Raum gestaltet haben.

Vielleicht ist genau das für mich der schönste Aspekt partizipativer Kunst. Aus vielen individuellen Stimmen entsteht etwas, das niemand allein hätte erschaffen können.

Ein riesiges Danke an alle, die Teil dieser Collage sind und diese Erfahrung ermöglicht haben!